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2001: "Ventos do Futuro"

(Bericht von Christina Hientzsch)

Im September 2001 fuhren wir, zwei Schüler und ein Lehrer vom Schulzentrum Vogelsang, mit iutu.net für zwei Wochen2001_01.jpg nach Nord-Brasilien, um dort die dritte Etappe des Projektes zu realisieren. Es gab zwei Einsatzorte, in denen Solaranlagen für Schulen und Haushalte installiert wurden, zum einen in einem Fischerdorf im Staat Céara, zum anderen im Hinterland von Piaui, wo wir untergebracht waren.
Jeweils eine international gemischte Gruppe von ungefähr 15 Jugendlichen aus den Ländern Brasilien, Deutschland, Portugal und den Niederlanden arbeitete an einem Ort.
Wir wohnten in der Landarbeitersiedlung Sao Joao de Fronteira, die der deutsche Pfarrer Lothario Weber seit 12 Jahren betreut, entweder im Kloster, bei Familien oder beim Padre im Gästehaus. Unser Arbeitseinsatz erfolgte im ca. 20km entfernten Dorf Santa Rosa. Am ersten richtigen Arbeitstag wurden wir technisch von George Anhalt, einem Mitarbeiter der brasilianischen nicht Regierungsorganisation, eingewiesen. Wenn man vorher den Umgang mit diversen Schraubenschlüsseln, Steckverbindungen und Bohrern nicht gewohnt war, kam man sich leicht überfordert vor.
Dass diese Arbeit aber problemlos erlernt werden konnte, zeigte sich nach den ersten installierten Modulen. In der ersten Woche, schafften wir es gut 25 Haushalte mit Strom zu versorgen. Jedes Haus, oder besser gesagt jede Hütte, wurde mit einer Batterie, einem Controller, drei Lampen und einem Modul auf dem Dach versorgt. Nachdem wir eingearbeitet waren, brauchten wir pro Haushalt ungefähr ein bis zwei Stunden. Beeinträchtigt wurde unsere Arbeit durch fehlende Arbeitsutensilien wie Leitern und Bohrern. 2001_02.jpg
Wir waren ein gutes Team. Sprachliche Probleme wurden entweder durch Zeichensprache oder über einen Dritten gelöst, man lernte von anderen Sprachen ein paar Wörter, wir haben uns gut verstanden. Es waren jedoch auch Unterschiede in der Mentalität zu erkennen. Die Fahrten in den Einsatzort wurden von unseren Freunden aus Brasilien mit Klatschen und Singen zu kleinen Feiern gemacht, wovon wir Europäer uns durchaus mitreißen ließen. Die Arbeit machte Spaß, vor allen Dingen, weil die Menschen, die vorher nur Petroleumlampen hatten, sich über das elektrische Licht freuten. Wir haben gesehen, dass die Hilfe direkt ankommt.

Die Menschen dort waren sehr aufgeschlossen. In den Hütten bekamen wir oft Trinken oder Essen angeboten, auch uns unbekannte Dinge. Beim Arbeiten hatten wir zahlreiche Zuschauer, darunter viele Kinder, die ihre Neugierde uns gegenüber offen zeigten.
Trotzdem war die Zeit auch anstrengend. Es war sehr heiß und die Lebensumstände dort waren wir nicht gewohnt. Vieles hat bleibende Eindrücke hinterlassen, besonders die einfachen Verhältnisse. Diese Kinder hatten kein Spielzeug. Es gab keine Toiletten und die Mütter hatten mit 16 schon ihr zweites Kind. Trotzdem schienen diese Leute mit dem zufrieden zu sein, was sie hatten.

In der zweiten Woche trafen wir uns mit der anderen Gruppe an der Küste, um dort eine Präsentation vorzubereiten, die2001_03.jpg am Ende unserer Reise in Fortaleza stattfinden sollte.
Die Arbeit wurde bilingual durchgeführt, auf Portugiesisch und Deutsch, was viel Geduld verlangte. Wir tauschten Erfahrungen aus und besuchten auch das Dorf, in dem im vergangenen Jahr Module installiert wurden. Manche defekten Anlagen hatten die Einwohner selbst repariert, andere blieben außer Betrieb. Die Lehrerin dieses Ortes sagte uns, dass sich ihr Leben verändert hätte. Abends könne sie die Erwachsenen unterrichten und die Kinder seien tagsüber mehr zu Hause, um Fernsehen zu gucken. Wir hatten einige Diskussionen darüber, ob letzteres eher ein Vor- oder Nachteil ist.

Insgesamt war diese Etappe ein voller Erfolg. Das Projekt, die Familien, wir als Gruppe und jeder persönlich - alle haben von dieser Reise profitiert.

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